Ein kleiner GRUNDIG, nach Teil 1 der Reparaturanleitung
bestens herausgeputzt (einschließlich Prüfung aller Röhren
gegen Referenzröhren), kam mit den oben beschriebenen Symptomen
in meine Werkstatt. Zuerst wurden die wichtigsten Spannungen und Ströme
gemessen, um kein Risiko bei zur Fehlersuche laufendem Gerät einzugehen:
Alles
bestens. Anschließend wurde der Tonverstärker mit einer
externen Signalquelle (Tonband) geprüft: Alles bestens. Danach
wurde die Funktion der Oszillatoren (s: Abschnitt 2.05)
geprüft: Alles bestens.
Weil es unwahrscheinlich ist, dass die Eingangsschaltungen aller Empfangsbereiche
den Geist aufgegeben haben, lag der Verdacht beim ZF-Verstärker. Also
wurden jetzt alle Spannungen an den Anschlüssen der Röhren ECH81
und EF89 überprüft. Der Verdacht bestätigte sich am Gitter2/4
der Hexode, gestützt durch das nicht mehr ganz frische Aussehen eines
Kondensators. Am Gitteranschluss lagen nur noch wenige Volt, statt der
erwarteten ca. 70 Volt. Nach dem Austausch zweier (am Gitteranschluss
liegenden) Kondensatoren war das Radio nicht mehr zu bremsen.
Die Erklärung: Für den UKW-Empfang war die erste ZF-Stufe
außer Funktion, bei den übrigen Wellenbereichen konnte sich
noch ein starker MW-Ortssender durchschmuggeln (als Geradeausempfang
oder durch unkontrollierte Überlagerung).
Abschließend überzeugt man sich noch davon (durch Tausch),
dass die Röhre ECH81 keinen Schaden genommen hat.
Fall g: Ein SABA Freiburg 9 bleibt stumm
– er soll gerochen bzw. geraucht haben.
In diesem komplexen Gerät der Oberklasse gibt es viele mögliche Ursachen: Trafos, Motoren und jede Menge Bauteile. Weil das Gerät in sehr gutem Zustand ist, wird vorsorglich ein weiteres Freiburg- Chassis als Ersatzteilträger besorgt. Wir müssen Schlimmes befürchten, weil wir eine Netzsicherung mit 6,3A statt der vorgesehenen 0,6A vorfinden. Eine Sichtkontrolle lenkt den Verdacht auf einen Kondensator älterer Bauart zwischen der Anode einer Endröhre und Masse, der etwas unüblich eingebaut wurde und in der Bauform von den anderen Bauteilen abweicht. Die Prüfung ergab, dass es sich um einen falschen (10nF statt 1nF), also nachträglich eingebauten Wert handelt und dass ein Schluss gegen Masse vorliegt. Dies hat einer Primärwicklung des Ausgangstrafos einen Windungsschluss durch Überhitzung eingebracht und auch den Gleichrichter zum Aufgeben veranlasst. Er konnte dann die Wechselspannung nur noch kurzschließen, statt diese gleichzurichten, was nun der Netztrafo, über die 6,3A- Sicherung gut versorgt, übel nahm. Er reagierte ebenfalls mit einem Windungsschluss, der sich aber erst nach einer Messung des Leerlaufverhaltens feststellen ließ, weil die Spannungen trotzdem im Grünen Bereich lagen. Nicht aber der Leerlaufstrom.
Viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt.