Begriffe und Abkürzungen
A
A-Betrieb = Der Arbeitspunkt liegt in der Mitte des aussteuerbaren Bereiches, im linearen Teil der Kennlinie.
Abschirmung (Schirmung) = Auf Massepotential gelegte Ummantelung von Kabeln oder Bauteilen (z.B. die Bandfilter oder die Röhren ECC85 und EABC80) zum Schutz gegen Einstreuung oder Abstrahlung von Störsignalen im Hf-Bereich oder im Nf-Vorverstärker.
Allstrom -(gerät) = Bezeichnung für Radios, die sowohl mit Gleichstrom als auch mit Wechselstrom betrieben werden können.
AM = Amplitudenmodulation: Modulationsverfahren im LW, MW und KW-Bereich.
Anpassung = Der Lastwiderstand einer Röhre muss dem Innenwiderstand angepasst (Außenwiderstand = Innenwiderstand) angepasst werden. Wichtig bei Leistungsendstufen.
Arbeitspunkt = Der Betriebspunkt (als Punkt auf der Kennlinie dargestellt) der Röhre bei allen an die Elektroden angelegten Gleichspannungen.
Audion (Audionschaltung) = Gittergleichrichtung, Demodulation und Verstärkung mit einer Röhre.
Ausgangstransformator = Übertrager zur Anpassung des niederohmigen Lautsprechers (5 Ohm) an den Ausgangswiderstand der Endröhre.
Automatic = Hier: Automatischer, motorgesteuerter Sendersuchlauf und Feinabstimmung, s. auch Teil 6: Automatischer Sendersuchlauf.
Automatische Scharfabstimmung = (elektronisch) wurde erst in den 60'er Jahren realisiert. Später mit "AFC" (automatic frequency control) bezeichnet.
Autotrafo (Spartrafo)= Die Anodengleichspannung wird mit der Primärwicklung des Netztrafos hochtransformiert, ist also nicht vom Netz getrennt.
B
Bandfilter = Selektiver Übertrager (durch Kopplung zweier Schwingkreise) im Zf-Verstärker.
B-Betrieb = Der Arbeitspunkt liegt am "unteren" Ende der Kennlinie.
Bremsgitter = Drittes Gitter einer Pentode, liegt auf Nullpotential. Verbessert nochmals die Eigenschaften einer Schirmgitterröhre.
Brückengleichrichter = Anordnung von vier Dioden (s. Kapitel 2.08 und 3.08), auch Graetzgleichrichter genannt.
D
Demodulator = Schaltung zur Demodulation des modulierten Hf-Signales zur Wiedergewinnung des Tonsignales. Dazu werden typischerweise die Diodenstrecken der EABC80 verwendet. Der Demodulator im FM-Bereich ist etwas aufwendiger, die gesamte Schaltung dazu wird Ratiodetektor genannt.
Diode = Hier: Röhre mit zwei Elektroden (Kathode und Anode). Typ. Anwendung: Gleichrichter. Kennbuchstaben: A=Hf-Einfachdiode, B=Hf-Doppeldiode, Y=Einweg-Netzgleichrichter, Z=Zweiweg-Netzgleichrichter.
Dipol = Symmetrisch ausgeführte zweiteilige Antenne, typischerweise als lambda-halbe-Dipol, s. Kapitel 2.07.
Doppelpotientiometer = Kombination zweier Potentiometer, die aber getrennt eingestellt werden (Außenwelle und Innenwelle, s. Ansicht).
Drehko = Drehkondensator (s. Abschnitt 2.09.6)
Drossel = Sieht aus wie ein Trafo, hat aber nur eine Wicklung. Wurde in sehr alten Geräten zur Siebung der gleichgerichteten Hochspannung (Netzdrossel) eingesetzt.
E
EABC80 = Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~. Kennbuchstaben: Mit einem Diodensystem (A), einem Doppeldiodensystem (B) und einem Triodensystem (C).
ECCxx = Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~, Doppeltriode.
ECH81 = Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~, Triode und Hexode, typischer Einsatz als Mischröhre.
ECLxx = Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~, Triode und Pentode im Tonverstärker.
EFxx = Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~, Pentode im Hf-Teil.
Effektivwert einer Wechselspannung = Die am Voltmeter gezeigte Spannung: Spitzenspannung (Amplitude) / 1,4142.
Einweggleichrichter = Ausnutzung nur einer Halbwelle des Wechselstromes (s. Kapitel 2.08 und 3.08).
Eisenlose Endstufe = Endstufe ohne Ausgangstransformator (s. Abschnitt 6.03)
Elko = Elektrolytkondensator (s. 2.09.5)
ELxx = Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~, Pentode im Nf-Teil (Endverstärkerröhre).
EMUD = Ernst Mästling, Ulm / Donau, Radiogerätehersteller
EMxx =Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~, Abstimmanzeigeröhre: Ausführung als Magisches Auge, Magischer Fächer oder Magisches Band.
Endröhre (Endpentode) = Die "letzte" Röhre im Signalfluss, die den Lautsprecher treibt (Typ: ELxx).
Endverstärker = Der Leistungsverstärker, der den Lautsprecher ansteuert.
EZxx = Röhre der Novalserie, Heizung mit 6,3 Volt~, Zweiweg-Gleichrichterröhre
F
Farad = Maßeinheit für die Kapazität eines Kondensators
Ferraris-Motor = Kollektorloser Motor, ein Kurzschlussläufer wird durch ein mittels Phasenverschiebung erzeugtes Drehfeld angetrieben.
Ferritantenne = Stabantenne mit Richtwirkung für den MW- und LW- Bereich, eine Spule sitzt auf einem (gesinterten) Ferritstab.
FM = Frequenzmodulation: Modulationsverfahren im UKW-Bereich. FM ermöglicht eine (gegenüber AM) wesentlich höhere Übertragungsqualität.
G
Gegenkopplung = Gegenphasige Rückführung (Rückkopplung) eines Teils der Ausgangsspannung. Wirkt der Verstärkung entgegen.
Gegentaktbetrieb = Ein gegenphasig angesteuertes Röhrenpaar arbeitet auf einen gemeinsamen Lastwiderstand.
Geradeausempfänger = Vorläufer des Überlagerungsempfängers (als Ein- und Zweikreiser)
Gitter = Steuerelektrode in eine Elektronenröhre (Steuergitter, Schirmgitter, Bremsgitter, ...)
Gleichlauf = Bei der Durchstimmung eines Frequenzbereiches im Überlagerungsempfänger muss die Differenzfrequenz (zwischen Oszillator- und Eingangskreis) über den gesamten Bereich konstant bleiben.
Graetzgleichrichter = andere Bezeichnung für Brückengleichrichter
Güte = Spulengüte, Kreisgüte (s. Abschnitt 3.09).
H
Heizung = Der Glühfaden einer Elektronenröhre, direkte H. (Glühfaden bildet Kathode) und indirekte H.(zusätliches Kathodenröhrchen).
Henry = Maßeinheit für die Induktivität einer Spule
Hertz = Maßeinheit für die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde
Hexode = Röhre mit sechs Elektroden (Kennbuchstabe H). Typ. Anwendung: Mischröhre.
Hf = Hochfrequenz
K
Klirrfaktor = in %, Maß für die nichtlinearen Verzerrungen eines Signals, drückt den Oberwellenanteil aus.
Kopplung = zwischen Kreisen: Unterkritisch, kritisch, überkritisch (s. Kapitel 3.03: Der Zf-Verstärker).
KW = Kurzwelle, die Bänder für den weltweiten Fernempfang. Nachts werden besonders große Reichweiten erzielt.
L
Ladekondensator = Elektrolytkondensator zur Glättung der gleichgerichteten Wechselspannung (s. Kapitel 3.08).
LW = Langwelle
M
MW = Mittelwelle
Masse = das neutrale Bezugspotential des Chassis, meistens auch Minuspol.
Mikrofonie = (Röhrenklingen). Bei mech. Erschütterungen wird ein Ton über den Nf-Verstärker wiedergegeben.
Mischstufe (selbstschwingende, additiv, multiplikativ) = hier wird das Eingangssignal mit dem Oszillatorsignal zusammengeführt (überlagert). S. auch Teil 3: Die Mischstufe.
Mitkopplung = Gleichphasige Rückkopplung, erhöht die Verstärkung (bis zum Schwingeinsatz).
Modulation = Hier: Veränderung einer hochfrequenten sinusförmigen Schwingung durch ein Nf-Signal.
N
Netzantenne = auf die Antenneneingangsbuchsen schaltbare kapazitive Kopplung mit dem Stromnetz
Netztransformator = Wandelt die Netzspannung (230Volt) in die Heizspannung (z.B.: 6,3 Volt)  und in die Anodenspannung (200-300Volt) um und entkoppelt die Empfängerschaltung (galvanische Trennung) vom Stromnetz.
Nf = Niederfrequenz
Noval-röhre, -sockel = Kennziffer 80 bis 89, 9 Stifte.
O
Oktal-röhre, -sockel = Röhrenkennziffer 30 bis 39, 8 Stifte.
Oktode = Röhre mit acht Elektroden (Kennbuchstabe K).
Oszillator = Schwingungserzeuger, hier in der selbstschwingenden Mischstufe, s. Abs. 2.05 und Teil 3: Alles super und Der Oszillator
P
Pendelempfänger = bei frühen UKW- Empfängern verwendete Schaltung, erzeugt eine Hilfsschwingung, mit deren Hilfe eine Rückkopplung gesteuert wird. Der P.  wird dadurch sehr empfindlich, gibt aber eine hohe Störstrahlung ab.
Pentode = Röhre mit fünf Elektroden. Typ. Anwendung: Hf-Pentode (Kennbuchstabe F) und Nf-Enverstärker (Kennbuchstabe L).
PLL = Phase Locked Loop. Regelkreis für sehr (quarz-) genaue Oszillatoren, z.B. in modernen Kurzwellenempfängern  (PLL-Tuner).
Poti = Potentiometer
R
Ratiodetektor = Verhältnisgleichrichter, Diskriminator, s. Demodulator
Rauschen = breitbandiges Störsignal, verschiedene Ursachen.
Regelspannung = im Demodulator des Überlagerungsempfängers erzeugte Gleichspannung, mit der die Empfindlichkeit des Empfängers (Zf-Verstärker) geregelt wird. Dient dem Ausgleich zwischen stark und schwach einfallenden Sendern.
Rimlock-röhre, -sockel = Kennziffern 40 bis 49, Sockel mit 8 Stiften.
Röhrenvoltmeter = Voltmeter mit sehr hohem Eingangswiderstand (s. Abschnitt 3.09)
Rotorplatten = Das bewegliche Plattenpaket eines Drehkondensators
Rückkopplung = Rückführung (eines Teils) der Ausgangsspannung auf den Eingang einer Verstärkerschaltung.
S
SABA = Schwarzwälder Apparatebau-Anstalt
Saugkreis = Ein am Antenneneingang liegender, auf die Zwischenfrequenz abgestimmter Serienresonanzkreis (s. Teil 3: Der Zf-Verstärker).
Schirmgitter = Zweites Gitter einer Mehrgitterröhre (von der Kathode aus gesehen), auch Schutzgitter genannt, schirmt gegen statische und kapazitive Rückwirkungen von der Anode her. Am Schirmgitter liegt eine hohe positive Spannung.
Schirmgittergegenkopplung  => Ultralinearschaltung
Selengleichrichter = auch Trockengleichrichter genannt, ersetzt in den 50er Jahren die Gleichrichterröhre.
Shunt  = (engl., gesprochen: “Schant“) hauptsächlich in der Messtechnik verwendete Bezeichnung für die Parallelschaltung eines Widerstandes (Shuntwiderstand).
Siebkette = besteht aus den Ladekondensatoren und einem Widerstand, bzw. einer Drossel. Siebt die restliche Wechselspannung aus (s. Kapitel 3.08).
Sperrkreis = Parallelresonanzkreis zur Ünterdrückung einzelner (starker) Sender
Spiegelfrequenz = Liegt um die doppelte Zwischenfrequenz über dem Eingangssignal (s. Teil 3: Der Zf-Verstärker).
Statorplatten = Das nicht bewegliche Plattenpaket eines Drehkondensators
Steuergitter = Wichtigstes Gitter einer Röhre, die Wechselspannung am Steuergitter steuert den Anodenstrom.
S&H = Siemens und Halske
Super -heterodyne Empfänger = Überlagerungsempfänger  (s.Teil 3: Alles super)
Syntektor = Synchrodetektor-Schaltung, von Körting entwickelt.
T
Tandempotentiometer = Doppelpotentiometer zur Klang- bzw. Tonbeeinflussung in Stereoverstärkern. Beide Potentiometer werden über eine Welle eingestellt (s. Ansicht).
Tetrode = Röhre mit vier Elektroden (Kennbuchstabe E).
Trafo= Transformator
Träge = Bezeichnung für eine Sicherung mit verzögerter Auslösung (flink = sofortige Auslösung).
Trimmer = Einstellbarer (mittels Schraubendreher) variabler Kondensator oder Widerstand.
Triode = Röhre mit drei Elektroden (Kathode, Gitter, Anode). Typ. Anwendung: Nf-Verstärker und Oszillatoren. (Kennbuchstabe C).
Tuner = Eingangsschaltung im Hf-Teil ("Abstimmvorrichtung"), beinhaltet den HF-Eingangskreis, den Oszillator und die Mischstufe.
U
UKW = Ultrakurzwelle
Ultralinearschaltung = auf die Schirmgitter der Endröhren von Gegentaktendstufen wirkende Gegenkopplung über Anzapfungen des Ausgangstrafos.
V
Verkürzungskondensator = In Schwingkreisen benutzte Serienschaltung zweier Kondensatoren.
Verlängerungsspule = Spule zur (elektrischen) Verlängerung kurzer Antennen.
Vorwiderstand = In Serie geschalteter Widerstand, zum Beispiel ein Gittervorwiderstand.
W
Wobbeln, Wobbelgenerator = Frequenzmodulierter Prüfsender, der Frequenzhub ist größer als der Durchlassbereich des zu messenden Empfängers (Zf-Verstärker). An einem Oszilloskop wird die Durchlasskurve dargestellt.
Z
Zweiweggleichrichter = Zwei Dioden werden in Verbindung mit einem Netztransformator mit zwei Wicklungen (bzw. eine Wicklung mit Mittelanzapfung) verwendet (s. Kapitel 2.08 und 3.08)