6.03 Die eisenlose Endstufe von PHILIPS

darf sich der Sammler nicht entgehen lassen. In den Geräten der Oberklasse (Capella) zweikanalig (s. Bild links) ausgeführt, führen sie zu einem brillanten Klang. Damit ist keine Stereowiedergabe gemeint, hohe und tiefe Töne werden in voneinander getrennten Endstufen übertragen und auch über separate Lautsprecher wiedergegeben. Aber schon die einkanalige Ausführung zeigt hervorragende Ergebnisse (z.B. im Modell 1002).

Damit sind wir beim Problem dieser Endstufen: Die Lautsprecherspulen haben einige hundert Ohm, meist werden 2 Stück in Serie geschaltet.

Hat man ein Gerät in schlechtem Zustand vor sich, prüft man daher auch die Funktion der Lautsprecher. Denn diese haben den transformatorlosen Betrieb nicht immer überlebt. Wichtig ist auch die Unversehrtheit der Koppelkondensatoren zu den Lautsprechern sowie der Kondensatoren an den Schirmgittern, die eine hohe Spannungsfestigkeit haben müssen (in der Skizze auf Seite 168 die 8mF- Kondensatoren).

Das Bild oben zeigt eine typische Ausführung dieser Endstufe. Es handelt sich obwohl nicht auf den ersten Blick sichtbar um eine Gegentaktendstufe. Es fehlt jedoch die bei normalen Gegentaktendstufen benötigte Phasenumkehrstufe. Diese Funktion wird hier von der unteren Pentode (s. Bild S. 168) mit übernommen. An Stelle eines Anoden- Arbeitswiderstandes arbeitet diese Röhre auf eine weitere Pentode, eine Kathodenverstärkerstufe. Über den Kathodenwiderstand wird eine (Wechsel)- Stromgegenkopplung erreicht, der gegengekoppelte Strom steuert die Spannung am ersten Gitter. Die Signalspannungen an der Kathode und am Steuergitter der zweiten Röhre (oben) sind gleichphasig. Vom Ausgang wirkt über einen 4,7MOhm Widerstand eine Signalrückkopplung auf den Eingang. Diese Art der Zusammenschaltung wird auch als Kaskadenschaltung bezeichnet.

Typischerweise wird in eisenlosen Endstufen die Röhre EL86 eingesetzt, in früheren Baujahren auch eine EL84 in Kombination mit einer UL84. Im letzteren Fall gestaltet sich das Aussuchen eines Röhrenpaares etwas schwieriger, man hat Mühe, die in den Schaltungsunterlagen angegebenen Spannungs- und Stromwerte zu treffen.

Obwohl eine Triode zur Phasenumkehr nicht benötigt wird, finden wir vor dem Endverstärker meistens eine ECC83. Diese wird jedoch in einem (aktiven) Klangregelnetzwerk eingesetzt (s. Abschnitt 3.02: Der Nf- Verstärker und Klang- regelnetzwerke). Bedingt durch diese Schaltungstechnik findet man im Tonteil viele
Bitte lesen Sie im Buch weiter:
ISBN-10: 383300357X
ISBN-13: 978-3833003578