2.04 Ein Beispiel für die Röhrenbestückung

Ab Mitte der 50er bis in die 60er Jahre hinein wurde bevorzugt eine Standardröhrenbestückung  gewählt, allerdings mit vielen Varianten. Anhand dieses Standard- Röhrensatzes kann eine grobe Funktionsbeschreibung eines Röhrenradios gegeben werden.

Die Röhren: ECC85, ECH81, EF89, EABC80, EL84, EM8x gehören zu Bauart der neunpoligen Noval- Röhren, worauf die erste Ziffer=8 hinweist. Der Buchstabe E gibt die Heizspannung mit 6,3 Volt an.
 


Bis Mitte der 50er Jahre wurden auch Rimlockröhren (meistens in Mischröhrenbestückung) mit verwendet. Diese haben eine 4 als erste Ziffer (z.B.: EF41).
Fast alle Röhren sind grundsätzlich noch zu haben. Man sollte sich unbedingt einen Referenz- Röhrensatz zulegen, denn das ist in der spartanisch ausgestatteten Werkstatt die einzige Möglichkeit, nach defekten Röhren zu suchen. Vielleicht findet sich eine Rundfunkwerkstatt, in der die Röhren noch geprüft werden können.
Lassen Sie sich aber nicht von einer Aussage "nur noch 70%" abschrecken, das reicht allemal. Aber auch Röhren haben ein erstaunlich zähes Leben und so muss meistens nur die Anzeigeröhre erneuert werden.

Aber genau das kann richtig teuer werden, wenn es sich um die älteren, runden Magischen Augen handelt. Es gibt nur ganz wenige Geräte, die über eine Schonschaltung  (Sparschaltung) zur Erhaltung der Leuchtkraft verfügen. Dabei wird die Anodenspannung reduziert, was eine geringere Leuchtkraft zur Folge hat.  Bei einer grell leuchtenden neuen Röhre ist dies hinnehmbar. Bei der Schatulle H52 wird die Anzeigeröhre beim Schließen der Türen ausgeschaltet. Wer ein Radio mit teurem Anzeigerohr häufig benutzt, kann sich selbst eine Sparschaltung basteln, wobei man aber keine bleibenden Spuren hinterlassen sollte. Ein kleiner Schalter mit Zusatzwiderstand für die Anoden- bzw. Schirmspannung in einem Loch der Rückwand oder ein variabler Widerstand, kann nützlich sein. Das ist keine perfekte Lösung, die Anzeigesegmente verändern sich, weil auch die Gitterspannung entsprechend angepasst werden müsste. Einfach ausschalten ist besser.
Eine bei GRUNDIG (z.B. beim 6099) realisierte Lösung besteht darin, dass man die Anzeigeröhre nach erfolgter Sendereinstellung als Aussteuerungsanzeige für den Ton benutzt, was ebenfalls die Leuchtschicht schont. Mit der Umschaltung wird eine automatische Scharfabstimmung aktiviert, so dass die Abstimmanzeige nicht mehr gebraucht wird

Geräte der Oberklasse haben zusätzliche Röhren im Hf- Bereich (Vorstufe, Zf- Verstärker) und im Nf- Bereich (Phasenumkehrstufe, Vorverstärker, aktive Klangregelung).
Bitte lesen Sie im Buch weiter:
ISBN-10: 383300357X
ISBN-13: 978-3833003578