Die Gleichspannungen für die Anoden der Röhren liegen zwischen
200 und 300 Volt. Es wurde schon darauf hingewiesen (s. Abschnitt 2.08
– S. 68) dass die Leerlaufspannung während der Aufheizphase der
Röhren (bzw. bei gezogener Endröhre) deutlich darüber
liegt. Man misst diese an den Anschlussfahnen der Sieb- (Elektrolyt)-
Kondensatoren, wenn alle Röhren eingesetzt und geheizt sind (s.
Hinweise im Abschnitt 2.08). Diese Kondensatoren sind senkrecht stehend
im Chassis befestigt (s. Bild im Abschnitt 2.09.5 – S. 73), sodass
die Anschlüsse meistens durch den unteren Gehäuseausschnitt
zugänglich sind. Der Minuspol liegt
(fast immer direkt) am
Chassis (Masse). Die Wechselspannung wird durch einen Gleichrichter,
bei älteren Geräten durch eine Röhre (EZxx) gleichgerichtet,
beide Teile können als Störungsursache in Frage kommen. Um Kurzschlüsse
durch zitternde Hände zu vermeiden, (Respekt vor dieser Spannung
ist durchaus angebracht) sollten die gut isolierten Messklemmen bei
gezogenem Netzstecker angeklemmt werden. Relativ sicher arbeitet man, wenn
man die Spannungen bei eingebautem Chassis misst. Das Gerät kann dazu
auf die Seiten gestellt werden, der Zugang erfolgt durch den Unterboden.
Wer sich die Messungen zutraut (s. die
diesbezüglichen Hinweise in den Abschnitten 2.01 und 2.02),
sollte unbedingt die Anodenspannungen an einigen Punkten kontrollieren.
Die wichtigsten Werte sind im Stromlaufplan angegeben. Im Abschnitt 1.08
wurde empfohlen, den Spannungswähler an der Primärseite des Netztrafos
auf 240 oder 250 Volt einzustellen (es ist im Zweifelsfall besser, das
Gerät mit 10% Unterspannung als mit 10% Überspannung zu betreiben).
Daher ist die Überprüfung der Anodengleichspannung sinnvoll,
aber auch die Kontakte des Spannungswählers könnten uns einen
Streich spielen.
Das Radio wird auf den ersten Blick auch mit deutlich niedrigen Gleichspannungen
spielen, die damit verbundenen Fehlfunktionen sind aber ...
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ISBN-10: 383300357X
ISBN-13: 978-3833003578